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Interne Revision: Mehrwert statt Hakenmacher

Vor fast 2.000 Jahren provozierte der römische Redner Juvenal mit seinem „Aber wer wird die Wächter überwachen?“¹ die Gesellschaft seiner Zeit und warf vielleicht das erste Mal in der Geschichte den Gedanken einer unabhängigen Überwachungsfunktion auf.

Aber erst die wirtschaftliche Bedeutung Italiens im 14. und 15. Jahrhundert und die Einführung der doppelten Buchführung² führten zur ersten Gründung eines Berufsverbandes von Revisoren im Jahr 1581 in Venedig. Im 17. Jahrhundert folgten unabhängige Institutionen zur Überprüfung der Rechnungslegung in England und in Deutschland ist die Aktiengesetzgebung 1870 als ein Meilenstein im Revisionswesen zu bezeichnen.

Interne Revisoren verfügen somit über eine lange Tradition, wobei sich die Rolle im Laufe der Jahrhunderte stetig verändert und weiterentwickelt hat. Für die üblichen und leider gelegentlich noch anzutreffenden Vorurteile bezüglich der Internen Revision wie Bedenkenträger, Erbsenzähler und Hakenmacher gibt es überwiegend historische Gründe:

  • Die Interne Revision beinhaltete zumeist nur die Suche nach Fehlern.
  • Wahrnehmung der Internen Revision als Kostenfaktor und Betriebshemmnis
  • Kommunikation des Vorstands: „Brauchen wir die Interne Revision dabei?“
  • Zitat von Fachverantwortlichen: „Als wenn wir keine anderen Sorgen hätten [als die Feststellungen und Empfehlungen der Internen Revision]...“
  • Das Berufsbild des Internen Revisors ist öffentlich kaum bekannt.
  • … und letztendlich: Wer lässt sich schon gerne prüfen?

Zum Glück hat sich diese Wahrnehmung in der Praxis weitestgehend überholt. Mittlerweile wird die Interne Revision nicht nur als Prüfer, sondern auch als Unterstützer und interner Berater angesehen – und das ist gut so!

Die Rolle einer modernen Internen Revision lässt sich heute folgendermaßen interpretieren:

  • Interne Revision ist die Suche nach Optimierungen wie auch Chancen in den Prozessen.
  • Die starke Einbindung von Revisionspartnern und eine transparente Prüfungstätigkeit stärken die Akzeptanz der Internen Revision im Haus.
  • Die Interne Revision ist auch Sparringspartner, Ideengeber, Berater, Koordinator und Vermittler… damit es gar nicht erst „brennt“!
  • Eine intensive partnerschaftliche Zusammenarbeit, insbesondere mit der zweiten (Verteidigungs-)Linie, stärkt die Sicht auf das gemeinsame Ziel.
  • Die Interne Revision entwickelt Talente.

Aber warum verfügt dann nicht jedes Unternehmen über eine Interne Revision moderner Ausprägung?

Eine generelle gesetzliche Pflicht zur Errichtung einer Internen Revision besteht in Deutschland nicht. Zwar hat das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) 1998 die Vorschriften des HGB und des AktG (hier § 91 Abs. 2 AktG) präzisiert, wonach der Vorstand „ein Überwachungssystem einzurichten (hat), damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“

Für Kreditinstitute bestehen in Deutschland jedoch Sonderregelungen aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Volkswirtschaft und den speziellen Risiken aus ihrer Geschäftstätigkeit. So wurden erstmal 1976 Anforderungen an die Ausgestaltung der Internen Revision durch das damalige Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BaKred) formuliert. Diese Anforderungen (heute in den MaRisk festgelegt) wurden zuletzt am 16. August 2021 durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) novelliert.³

Die Bankenaufsicht formuliert in AT 4.4.3 Tz. 3 der MaRisk die Ziele und Aufgaben der Internen Revision:

„Die Interne Revision hat risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements ❶ im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems ❷ im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse ❸ zu prüfen und zu beurteilen, unabhängig davon, ob diese ausgelagert sind oder nicht.“

Aus dieser (eher bürokratisch) formulierten Definition lassen sich jedoch nur schwer die Anforderungen an eine Interne Revision moderner Prägung herauslesen. Wo Gesetze und Verwaltungsvorschriften keine ausreichende Grundlage liefern, bietet sich ein Blick in die Auslegungen des Berufsstands der Internen Revision an, die in den Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis der Internen Revision (IPPF) normiert sind.

„Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements ❶, der Kontrollen ❷ und der Führungs- und Überwachungsprozesse ❸ bewertet und diese verbessern hilft.“

(Internationale Grundlagen für die berufliche Praxis (IPPF), IIA/DIIR, 2017)

Auch nach dieser Definition des Institute of Internal Auditors bzw. des Deutschen Instituts für Interne Revision e. V. im IPPF umfasst das Prüfungsobjekt der Internen Revision

  • das Risikomanagement ❶,
  • das Interne Kontrollsystem (IKS) ❷ und
  • das Governance-System ❸.

Die Anforderungen aus AT 4.4.3 Tz. 3 der MaRisk werden somit vollumfänglich erfüllt. Viel bedeutender für eine moderne Interne Revision sind jedoch der positive Grundtenor im IPPF und die klare Betonung der Mehrwertorientierung:

  • Unabhängigkeit und Objektivität
  • Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern
  • Unterstützung der Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele
  • Systematischer und zielgerichteter Ansatz
  • Bewertung und Verbesserung der Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse

Um diesen Ansatz der Mehrwertorientierung in unseren Prüfungen zu berücksichtigen, werden im Rahmen der Revisionsdienstleistungen der s-consit standardmäßig auch Fragen zur Effektivität und Wirtschaftlichkeit von Prozessen und Kontrollen sowie nach möglichem Verbesserungspotenzial gestellt. Es geht uns also darum, neben Risiken und Schäden auch potenzielle Chancen für unsere Kunden zu identifizieren.

Zur Positionierung der Revisionsfunktion innerhalb der Unternehmensorganisation wäre eine „Imagekampagne“ gut, um immer noch bestehende Bilder in den Köpfen über den typischen Internen Revisor an die Realität anzupassen… eine herausfordernde Aufgabe für uns alle! Die s-consit unterstützt Sie bei der Umsetzung moderner Revisionsansätze mit Prüfungen, Beratungen und Schulungen. Sprechen Sie uns gerne an und lassen Sie uns gemeinsam „Mehrwerte schaffen“!

 

Ihr Oliver Hansen, Dipl.-Kfm. (CIA / CRMA)
Bereichsleiter Corporate Governance / Prokurist

Ihr Oliver Gose, Dipl.-Betriebswirt
Mitglied der Geschäftsführung

Ihre Ansprechpartner


¹„Sed quis custodiet ipsos custodes?" in “Satire 6“, Zeile 347 f., von Decimus Iunius Juvenal (Iuvenalis), römischer Redner und Dichter, um 60 –140 n. C.

²„Venezianische Methode“, Luca Pacioli, 1494

³Den MaRisk liegt § 25a Abs. 1 Nr. 3 KWG zugrunde, der Kreditinstitute verpflichtet, interne Kontrollverfahren mit einem internen Kontrollsystem (IKS) und einer Internen Revision einzurichten. Diese Gesetzesnorm richtet sich als besondere organisatorische Pflicht direkt an die Geschäftsleiter der Institute.

Referenzen
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„Alle Kollegen empfanden die zweitägige Schulung zum Thema OSPlus Produktadministration als gut investierte Zeit. Mein persönlicher Eindruck wurde dadurch bestätigt. Erste Ideen, wie wir die neuen Ansätze zum Einsatz bringen können, sprudelten bereits kurze Zeit danach. Alle Kollegen – auch die, die meinten sie wären nicht so betroffen oder sie wüssten schon alles – haben bisher "Unbekanntes" als wertvolle Hilfestellung erkannt. Insbesondere das Stöbern im lebenden System war eine Hilfe.“

Gabriele Sarnow, stellvertretende Leiterin Interne Revision der Sparkasse Celle

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„Seit über 10 Jahren haben wir die Bereiche Informationssicherheits-Management und Datenschutz an die s-consit ausgelagert. Insbesondere schätzen wir die problemlose Zusammenarbeit sowohl auf fachlicher als auch persönlicher Ebene. Die s-consit ist uns stets ein verlässlicher Partner!"

Joachim Dietmar Ziegler, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Parchim-Lübz

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„Wir haben seit mehreren Jahren die Aufgabe des Informationssicherheitsbeauftragten an die s-consit ausgelagert und freuen uns über die stets reibungslose Zusammenarbeit. Zuverlässigkeit, Erreichbarkeit und hohe Fachkompetenz erleben wir im täglichen Umgang. Maßnahmen werden mit Augenmaß und partnerschaftlich umgesetzt. Weiter so!“

Jörg Winther, Leiter IT-Management der Sparkasse Münsterland Ost

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„Die Strategieberatung wurde individuell auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet und von den Mitarbeitern der s-consit professionell und zielorientiert umgesetzt. Die Strategieberatung der s-consit hat die zukünftigen Erfolge der Sparkasse somit aktiv beeinflusst.“

Horst Wanik, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Gelnhausen

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„Unsere kurzfristige Anfrage auf Unterstützung im Bereich Rechnungswesen wurde unkompliziert umgesetzt. Der Einsatz der s-consit war eine absolut wertvolle und hilfreiche Unterstützung. Wir sind sehr zufrieden!“

Thomas Maus, Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse Schlüchtern

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"Der Bericht zur DAW-Protokollauswertung durch die s-consit stellt für die Sparkasse einen enormen Mehrwert im Rahmen des IKS dar. Sie ist sehr übersichtlich gegliedert und konsolidiert die wesentlichsten Informationen aus den Tätigkeiten der Sparkassen Administratoren im Umfeld des 'Dezentralen Adminstrationswerkzeuges'. Die abgeleiteten Handlungsempfehlungen der s-consit aus der monatlichen Protokollauswertung unterstützen den IT-Verantwortlichen deutlich bei der Wahrnehmung seiner High-Level-Kontrollen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist meines Erachtens nach top! Ich werde das Produkt der s-consit bei passender Gelegenheit weiterempfehlen.“

Andreas von Oesen, Leiter IT-Organisation der Weser-Elbe Sparkasse

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„Unser Ziel bei der Beauftragung der s-consit war neben der Sicherstellung der Jahresabschlusserstellung auch die Gewährleistung der vollständigen Funktionsfähigkeit des Fachbereichs. Dieses wurde zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt. Wir bedanken uns für die äußerst gute Zusammenarbeit!“

Michael Scholz, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Donauwörth

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"Die REV-Tools unterstützen uns, sodass wir die Abläufe im Rechnungswesen effizienter gestalten können."

Stefan Müller, Leiter Betriebswirtschaft/Planung, Kreissparkasse Schlüchtern

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"Das Quality Assessment der s-consit hat die strategische Ausrichtung meiner Revisionsprozesse zur Prüfungsplanung, Berichterstattung und Mängelverfolgung bestätigt. Besonders profitieren konnte ich von den Hinweisen zur Ausgestaltung der Organisationsrichtlinien für die Interne Revision, die praktischen Beispiele aus anderen Sparkassen waren dabei sehr wertvoll für die Weiterentwicklung unserer Revisionsfunktion."

Stephan Thörmer, Abteilungsleiter Interne Revision der Sparkasse Barnim